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Cortison löst Blockaden?

Sprechstunde für Hundehalter

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Cortison löst Blockaden?

Beitragvon Kirsten » 02.12.2010 20:56

Eine Bekannte von mir hat einen dreijährigen Bouvier-Rüden mit operierter ED, dementsprechender Arthrose und reichlich schiefen Hinterbeinen.
Dieser Hund humpelt wohl seit einiger Zeit trotz Schmerzmitteln.
Eine Tierärztin diagnostizierte Blockaden entlang der Wirbelsäule aufgrund der Fehlhaltung.
Da der Hund sich äußerst ungern anfassen lässt, riet sie jetzt zu einem Mittel auf Cortisonbasis. Dies soll die Bandscheiben aufschwemmen und so die Blockaden lösen.
Hat hier jemand Erfahrung damit? Ich habs noch nie gehört zuvor.
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Beitragvon Thomas Straub » 02.12.2010 21:37

Cortison wirkt ja eigentlich entzündungshemmend / abschwellend.
Von einem "aufschwemmen" der Bandscheiben habe ich noch nie gehört.

Thomas
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Beitragvon meli » 03.12.2010 07:23

Hallo Kirsten,

ich denke auch sie will eher eine abschwellende Wirkung erziehlen.
Da oft auch durch Wassereinlagerungen Druck auf die Nerven entsteht, wird das mit dem Cortison deutlich besser.
Aber ich find Cortison für einen so jungen Hund nicht wirklich eine langfristige Alternative. Wie wäre es vllt. mit Laserbehandlungen? Da müsste er sich nicht so sehr anfassen lassen wie bei einer Massage.

Grüssle
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Beitragvon AstridK. » 03.12.2010 08:29

Hallo,

also ich finde das klingt nicht überzeugend, ich glaube nicht dass einzig und allein das Abschwellen der Bandscheiben die Blockaden lösen wird. Will sie sicher wegen der Blockaden Cortison geben oder gibts da noch andere Gründe? Manchmal gehen ja auch Informationen verloren.
Die Frage ist ja auch ob er die Medikamente überhaupt verträgt, ist ja auch nicht so ganz ohne. Das wird dann wohl auf Phen-Pred oder nur Prednisolon rauslaufen.
Ich würde lieber versuchen viel mit Leckerchen zu arbeiten, den Hund erstmal an mich gewöhnen (auch wenn es dauert) und dann die Blockaden durch Dorntherapie lösen. Ich konnte schon viele misstrauische und ängstliche Hunde mit der Dorntherapie "überzeugen".


Viel Grüße

Astrid

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Beitragvon Kirsten » 03.12.2010 10:43

Vielen Dank für Eure Antworten schon mal. Ich werde sie an meine Bekannte erst einmal weiterleiten.
Jetzt, wo ich es hier Revue passieren lasse, frage ich mich auch, wie die Blockaden diagnostiziert worden sind, wenn er sich doch nicht anfassen lässt. Das geht doch nur durch tasten, oder bin ich jetzt ganz verkehrt?

Wenn sie nicht so ewiglich weit weg wohnen würde, täte ich mich selber auch mehr kümmern. Aber 60km Anfahrt sind weit.
Was hieltet Ihr denn von Magnetfeld als Alternative zum Laser?
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Beitragvon Marion Böttler » 03.12.2010 11:39

Gibt es denn keine Kollegin in der Nähe ?

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Beitragvon Kirsten » 03.12.2010 12:21

Sie will sich jetzt an einen Osteopathen in ihrer Nähe wenden.

(Was mich in der Annahme bestärkt, daß "Knocheneinrenken" am besten ankommt bei der Kundschaft - war nur leider nicht Bestandteil meiner Ausbildung.)
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Beitragvon Silvia » 03.12.2010 12:31

Hallo!

Vielleicht solltest Du Dich mal richtig informieren? Die Osteopathie besteht schon noch aus wesentlich mehr als "Knochen einränken"! Mach doch die Ausbildung, dann verstehst Du wovon ich spreche!

Silvia
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Beitragvon Kirsten » 03.12.2010 12:43

Liebe Silvia,

warum so aufbrausend?
Selbstverständlich gehört zur Osteopathie noch viel mehr. Aber der Kunde wünscht oftmals "einmal einrenken bitte".
Das habe ich nicht gelernt und nur darauf bezog sich meine Aussage.

Müsste ich jedesmal eine Ausbildung machen, um Postings in Foren besser zu verstehen, hätte ich viel zu tun.

Oh Du fröhliche...
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Beitragvon Thomas Straub » 03.12.2010 20:26

Hey Kirsten,

ich denke nicht, dass die Antwort aufbrausend gemeint war.

Die Osteopathie ist eben nicht das Einrenken, auch wenn viele Hundebesitzer es sich so vorstellen. Vielleicht durch den Wortteil "Osteo..." ( = Knochen)?

Ich bin der Meinung, dass man Hundebesitzern erklären sollte, dass ein Einrenken oft nicht die Lösung eines Problems ist.

"Einmal einrenken bitte" ist sicher oft ein Kundenwunsch. Als verantwortungsvoller Behandler eines Tieres werde ich Dies aber sicher nicht ohne Weiteres tun.
Nur, wenn es angebracht ist.
Dann geht aber eine eingehende Untersuchung voraus.

Ich schliesse mich Astrid an und würde auf sanfte Methoden wie Dorn oder Tellington-Touch setzen.
Absolut wichtig und unerlässlich ist es, das Vertrauen des Hundes UND der Besitzer zu bekommen.

Thomas
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Beitragvon Kirsten » 04.12.2010 13:40

Hallo Thomas,
mag sein, daß Du Recht hast, aber Ausrufezeichen erwecken nun mal den Eindruck von emotionaler Eindringlichkeit. ;)
Es lag mir auch absolut fern, die Osteopathie abzuwerten. Ganz im Gegentum.
Fakt ist nur leider, so ist es mir jetzt mehrfach passiert, daß der Kundenwunsch "einmal knack und alles ist gut" ist und man bei weiteren Argumenten auf Durchzug schaltet.
So ist eine potentielle Kundin auch nach ausführlicher telefonischer Beratung doch lieber zum Osteopathen gegangen, obwohl der Verdacht einer Spondylose bestand und hoffte auf jenes einrenken.
Mir war reichlich blümerant dabei. Letztendlich hat sie diesen dann hoch gerühmt, daß er eben NICHT eingerenkt UND sie zur genauen Diagnose zum Tierarzt geschickt hat, mit in etwa genau denselben Worten und Argumenten, die ich ihr bereits genannt hatte.
Meine Kritik bezieht sich also weiß Gott nicht auf die Osteopathie, sondern auf die Patientenbesitzer, die nicht zuhören mögen.
Fazit für mich ist: sobald es Zeit und finanzielle Lage zulassen, wird diese Ausbildung nachgeschoben. Dann wird mir nicht gleich die Tür vor der Nase geschlossen. Ob und wie ich dann letztendlich behandle, entscheidet der Einzelfall, aber dann bin ich zumindest schon mal dran am Tier.
Ich hoffe, ich habe es jetzt besser erklärt?

Abschliessend zu dem Bouvier-Buben: er lässt sich auch von seinen eigenen Leuten nicht gern anfassen und es erscheint der Besitzerin leichter, eine Tablette einzuwerfen.
Mich interessierte dann halt die Wirkungsweise des Cortisons in diesem Fall und es verwundert mich umso mehr, daß ausser dieser Tierärztin noch niemand davon gehört hatte.
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Beitragvon Patricia Terpilowski » 06.12.2010 19:33

Hallo,

als angehender Osteopath muss ich mich doch mal anklinken und Silvia recht geben.
Osteopathie hat im Grunde sehr wenig mit "Knick-Knack" zu tun. Mit wenigen Handgriffen können sogenannte "Blockaden" in jeder Art und Weise gelöst werden.

Sicherlich werde ich keinem Hund oder Pferd mit aller Macht Blockaden nach "Knick-Knack" lösen, nur weil der Besitzer das jetzt sehen oder hören will. Wo gibts denn sowas?

Konnte der TA genau sagen, in welchem Bereich der WS er Blockaden hat? Man muss auch abwegen, wenn der Hund in der WS auch schon Arthrose hat.
Wie sieht die Organfunktion aus?

VG
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Beitragvon Kirsten » 07.12.2010 13:38

Patricia Terpilowski hat geschrieben:Sicherlich werde ich keinem Hund oder Pferd mit aller Macht Blockaden nach "Knick-Knack" lösen, nur weil der Besitzer das jetzt sehen oder hören will. Wo gibts denn sowas?


Ich hoffe, Du hast jetzt nicht meinem ellenlangen Beitrag entnommen, daß ich so handeln würde, nur weil der Besitzer es möchte???
Mir ist es jetzt müssig, mich noch einmal und noch einmal zu erklären.

Die Ausgangsfrage war eh, ob Cortison Blockaden lösen kann. Die ist mir beantwortet.
Und für alles weitere ziehe ich mich verwundert aus diesem Thema zurück.
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Beitragvon Patricia Terpilowski » 07.12.2010 19:01

Hallo Kirsten,

jetzt verstehe das bloss nicht falsch - sorry. Ich habe dich nicht persönlich damit gemeint. Es war eine allgemeine Aussage. Weil ich manche Tierbesitzer nicht verstehen kann.

VG
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Beitragvon Kirsten » 07.12.2010 19:06

Puuuh - da bin ich nun beruhigt.
Ich habe schon an meiner "Aussprache" gezweifelt.
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