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Wasserlaufband kaufen ja oder nein?

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Wasserlaufband kaufen ja oder nein?

Beitragvon anne singer » 28.03.2012 16:18

Hi,
ich überlege schon eine weile ob ich mir ein Unterwasserlaufband zulegen sollte.
Laut meinem Ausbilder ist es schwachsinn.

Ich selbst finde die Thematik aber sehr spannend und viele meiner Kunden und Tierärzte fragen mich auch warum ich noch keins habe.

Auch habe ich meine Praxis erst seit dem 01.10.2011 und könnte mir gut vorstellen das ich dadurch noch mehr Leute auf mich aufmerksam machen kann.

Allerdings nur wenn es im Sinne meiner Patienten und der Finanzen ist, sprich das man nicht drauf zahlt oder ich das Ding ohne Pause nutzen muss damit es sich lohnt.

Das nächste UWL ist ca. 40km von mir entfernt, dort schicken auch viele Tierärzte nicht hin, da sie sorge haben das ihre Kunden nicht zurück kommen.
Und danach gibt es glaub ich nur noch eines in Hannover über 60km.

Wie sind eure Erfahrungen und was meint ihr dazu? Und wenn ja für welches würdet ihr euch entscheiden.

Bin gespannt auf eure Antworten

LG Anne

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Beitragvon Krissy » 29.03.2012 09:19

Ich sehe das Problem, dass die Leute mittlerweile denen Physio=Laufband und finde es daher eigentlich wichtiger, meine manuellen Fertigkeiten als Physiotherapeut zu vermarkten und verkaufen.

Dazu stell ich mir bei einigen Kollegen tatsächlich die Frage, ob sich das Laufband wirklich finanziert, wenn ich die Anschaffungskosten mit den Preisen für eine UWL-Behandlung vergleiche. ICh persönlich hab bei einigen das Gefühl, dass sie wenn überhaupt bei Null raus kommen, oder gar gezwungen sind so gut wie jeden Hund ins Laufband zu stecken, egal ob wirklich sinnvoll oder nicht.
Das hab ich zumindest schon so erlebt.

Nichts desto trotz, ich glaube wirklich, dass ein UWL eine sinnvolle Ergänzung zur eigentlichen Therapie sein kann. Noch besser fände ich einen Hundepool.
Liebe Grüße
Krissy

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Beitragvon anne singer » 29.03.2012 10:30

Danke für deine Antwort.

ich habe es jetzt leider auch schon zu oft gehört, das alles und jeder aufs UWL geschickt wird .

Das möchte ich natürlich nicht, ich hätte dieses wenn gerne als Unterstützung.

Ein Bewegungsbad wäre toll ist aber in den Unterhaltungskosten extrem teuer. Da man ja die Richtlinien für ein Schwimmbad einhalten muss. Und man mehrfach am Tag ph-werte usw. messen muss sowie ein häufiger Wasserwechsel und Chemische Zusätze . Sowie eine Anmeldung + Kontrollen. Da die Patientenbesitzer ja Hautprobleme usw. bekommen könnten.

Daher ja meine Überlegung mit dem UWL

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Beitragvon Diana Gromatzki » 29.03.2012 12:03

Hallo Anne,

die Anschaffung solltest Du genau durchrechnen.
Problematisch wird es, wenn eine Praxis in der Nähe aufmacht, die ein Laufband hat und Du nicht. Viele Tierärzte setzen Physiotherapie leider mit dem Training im UWL gleich.
Jeder der seriös arbeitet, wird die Therapie auf den Hund abstimmen und nicht nur UWL oder schwimmen im Pool anbieten. Auch das wird übrigens praktiziert. Hunde mit akuter Bicepssehnenentzündungen werden ins Schwimmbad gesteckt?!
Die Diskussion, was besser ist: Schwimmbad oder UWL scheidet im Übrigen immer wieder die Geister! Vor allem bei ED Patienten oder frischen Kreuzbändern kann dass Schwimmbad kontrakproduktiv sein.
Dafür ist es grandios bei Vorfällen. Am besten hat man beides! ;)

Vielleicht kannst Du ja auch ein Band gebraucht kaufen, dann sind das nicht so ernorme Kosten.

VG
Diana
Wer gegen Tiere grausam ist, kann kein guter Mensch sein." (Arthur Schopenhauer)

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Beitragvon Heike » 29.03.2012 20:28

Hallo Anne,
ich bin seit vier Jahren Hundephysiotherapeutin mit mobiler Praxis, also ohne UWL.
Im Umkreis von 8km gibt es drei Praxen mit UWL`s. Trotzdem habe ich soviele Patienten, dass ich vor einem Jahr meinen 16- Std. Job in der Humanmedizin nicht mehr geschafft habe.
Habe mein Geld lieber in eine Osteopathieausbildung investiert als in eine Praxis.
Das ist eine wunderbare Ergänzung zur Physiotherapie.
Nur Mut, es geht auch ohne.

LG Heike
Viele Grüsse Heike

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Beitragvon UrsulaTönisen » 30.03.2012 05:49

Ich arbeitet auch sehr gerne mit manuellen Techniken und bei mir geht NICHT jeder Patient ins UWL, nicht mal jeder 2.
Aber z.B. bei neurologischen Befunden ist das Laufband nicht zu ersetzen.
Aktuelles Beispiel eine Terrier-Hündin mit Lähmungen vorne und hinten, die am gleichen Tag nach dem UWL die ersten Schritte zu Hause gemacht hat.

Ich habe damals auch sehr mit mir gerungen ob ich mir ein UWL anschaffe, aber ich habe es nicht bereut.

LG
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"Es gibt zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist gestern, der andere morgen. Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zu leben ist."

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Beitragvon anne singer » 30.03.2012 09:52

Nochmal danke für eure Antworten,
momentan lass ich mir gerade Kataloge und Angebote schicken.

Dann ist ja da noch die Frage welche Firma und welches UWL.
Hab das Angebot von Waero bekommen, hört sich gut an, aber man kriegt wohl max. nen DSH ins UWL.

Oder das Physio Tech XXL oder das ganz neue, da hab ich allerdings noch keine Preise ;)

Tendenz geht momentan zum UWL, ich denke das man es unterstützend sehr gut einsetzen kann.

Ja mit der Entscheidung werd ich mich wohl noch ein paar Tage beschäftigen :P

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Beitragvon anne singer » 31.03.2012 20:04

So habe jetzt zwei die mich interessieren, einmal das Waero und das PhysioTech Comfort.

Welches könnt ihr empfehlen? Und welche Vor- oder Nachteile hat man?

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Beitragvon Katrin » 06.04.2012 22:00

Ich denke man sollte auch v.a. es davon abhängig machen, was für Klientel einem vorrangig zuflattert und was einem am meisten liegt; ich lese oft dass einige - gerade als Neuling - fast übertrieben gewissenhaft an die, nein jede Sache rangehen und gleich die komplette Therapiepalette auffahren: Massage, Isos, Bewegungstherapie, Strom, UWL undundund...und letztenendes dann gar nicht rausfiltern können was wirklich in dem Fall geholfen hat, oder im weniger idealen Fall zur Verschlechterung ;)

Wer viele neurologische Fälle hat, wird mit dem UWL ein "Wundergerät" erhalten, da es gar nicht so selten ist dass die kleinen, "gelähmten" Hunde im Wasser schwimmen wie Wassernixen...und an Land genauso laufen, nämlich gar nicht :lachen

Wer viele Standard-Gelenk-Geschichten wie frisch operierte KBRs/TEPs/FKHR usw. bekommt, kann auch ohne UWL super arbeiten; auch wenn das UWL eine gute Unterstützung ist. Aber hier sind primär andere Techniken anwendbar und wirkungsvoll.


Ich hatte ausschließlich mit frisch operierten Patienten zu tun, da war in den meisten Fällen eine Massage, auf die ja viele in der Praxis so setzen, eher unangebracht, solange man nicht sicher sein konnte dass es keine Wundinfektion gibt (und im Zeitalter von MRSA/MRSI/ORSA kein zu unterschätzender Faktor); ich habe mich in meiner Zeit eher zum "Bewegungstherapeuten" spezialisiert, da in der Klinik das Primärziel ja ist, erst mal den Hund wieder auf die Beine zu bekommen.
Sprich, die meisten Sachen, die klassisch in der Ausbildung drankommen, waren wegen meines Schwerpunktes eher irrelevant. Sogar die komplexe Entstauungstherapie habe ich eigenmächtig auf den Hund umgesetzt, was bis dato nur für Mensch und Pferd "erlernbar" war.

Was ich damit sagen will: wenn man sich nicht gleich (finanziell) übernehmen will, machen, was man kann, ggf. improvisieren und abchecken, was für einen selber wirklich Sinn macht (Klientel und persönliches Talent in einem Therapiebereich).

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Re: Wasserlaufband kaufen ja oder nein?

Beitragvon Alex_Hahn » 10.07.2013 20:18

Hallo zusammen,
ich bin mit Interesse auf diesen Thread gestoßen und würde das Thema gern noch einmal aufgreifen.
Im Februar 2014 bin ich mit meiner Ausbildung als Tiephysiotherapeutin fertig - die erfolgreich abgelegte Prüfung mal vorausgesetzt.
Mein persönliches "Berufsbild" des Tierphysiotherapeuten stellte sich bis dato immer in der "Macht der Hände" dar. Die Hände als heilendes und helfendes Werkzeug eingesezt, können viel erreichen. Natürlich kann man auf das ein oder andere elektrische oder manuelle Gerät nicht verzichten - aber MUSS es tatsächlich ein UWL, sein um am Markt bestehen zu können? Wie ist das in der Praxis: wie viele Tierärzte überweisen mit dem Vermerk "UWL" oder wie viele Patientenbesitzer möchten, dass ihr Tier im UWL behandelt wird? Ist es unter Umständen ein "nice to have", auf das die Kunden zur Zeit stehen?

Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein Fachtierarzt für Orthopädie deutlich machte, dass das UWL nicht das NonPlusUltra sei und in vielen Fällen kontraproduktiv sei. Wenn ich mir die hohen Anschaffungskosten anschaue, braucht es ja nicht viel Sinn für Mathematik, um festzustellen, dass für eine Armotisierung jede Menge Behandlungen von Nöten sind - rechnet sich das wirklich?

Ich befinde mich zurzeit in der Sondierungs- und Orientierungsphase und bin daher sehr gespannt auf eure Antworten.

Viele Grüße
Alex
Ein Hund kann mit einem kurzen Schwanzweden mehr Gefühl ausdrücken als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede

Louis "Satchmo" Armstrong

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